Die Ausbildung im Handwerk und die ÜU

(Überbetriebliche Unterweisung)

Die Berufsausbildung der Auszubildenden basiert auf der Handwerksordnung und dem Berufsbildungsgesetz. Grundlagen der Ausbildung sind bundesweit verbindliche Ausbildungsordnungen.
Nach einer Lehrzeit von drei bis dreieinhalb Jahren im Rahmen des sogenannten "dualen Systems", das praktisches Arbeiten, Lernen im Betrieb und Berufsschule vereint , findet eine Prüfung statt, durch die der "Lehrling" zum "Gesellen"/ zur "Gesellin" (Facharbeiter/in) wird.
Berufsinhalte, die über das hinausgehen, was ein üblicher Handwerksbetrieb den Auszubildenden bieten kann, werden in "überbetrieblichen Kursen" in den handwerkseigenen Bildungsstätten vermittelt. Der ehemalige Bundesminister für Bildung und Wissenschaft R. Ortleb betont in seinem Vorwort zu der u.g. "BMBW-Schriftenreihe Nr. 35" denn auch besonders, daß hier Inhalte insbesondere im Bereich der modernen Techniken zu vermitteln sind und der deutsche Bundestag hat in seinem Beschluß vom 21.6.89 der Bedeutung der ÜU Rechnung getragen und die ständige Modernisierung der Berufsbildungsstätten als öffentliche Aufgabe unterstrichen!
Die zu vermittelnden Inhalte werden in Unterweisungsplänen bundeseinheitlich vorgegeben.

Soweit vorhanden versucht das HPI zu den überbetrieblichen Kursen Tipps zur inhaltlichen Umsetzung zur Verfügung zu stellen. Wenn für einzelne Kurse Tipps vorhanden sind, ist in der Lehrplan-Übersicht in der Spalte "Anmerkung / Tipps" ein entsprechender Link vorhanden. Das HPI bittel alle AusbilderInnen, sich an einer "Tipp-Sammlung" zu beteiligen.

Eine der Daueraufgaben des HPI ist die Begleitung der Durchführung überbetrieblicher Unterweisungsmaßnahmen und - in Zusammenarbeit mit den Zentralverbänden - die Erstellung neuer Lehrpläne. Jährlich wird untersucht, in welchem Umfang die bundesweit anerkannten Lehrgänge zur überbetrieblichen Unterweisung von den einzelnen Berufen in Anspruch genommen wurden. Das Maß der Inanspruchnahme läßt unter anderem Schlüsse auf die Aktualität eines Lehrgangs sowie die Aktivitäten der Handwerksorganisationen zu und liefert damit wertvolle Hinweise zur Überarbeitung bzw. Ergänzung des Lehrgangsangebotes. Die Ergebnisse werden jährlich in der Broschüre "Schulungsquoten und Unterweisungsintensitäten in der überbetrieblichen Unterweisung" dokumentiert.


Literaturhinweis:
BMBW-Schriftenreihe Nr. 35: Grundlagen, Perspektiven, Bildung, Wissenschaft
(in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung)
Überbetriebliche Berufsbildungsstätten, ISSN 0175-8047, Bonn 1993

ZDH-Schriftenreihe Heft Nr 40
Überbetriebliche Berufsbildungsstätten des Handwerks
ISSN 0514-8669, Bonn 1987


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We/26.11.2006