Innovation Brennstoffzelle - Zukunftstechnologie für das Handwerk




Projektergebnisse

Das Ergebnis der Studie, die im Fraunhofer IRB Verlag unter dem Titel "Anforderungen an das Handwerk durch die Innovation Brennstoffzelle", ISBN 3-8167-6967-5 erschienen ist (kosten-pflichtige Downloadversion: www.irbdirekt.de), kann auf folgenden Nenner gebracht werden: Das Handwerk muss sich stärker mit der immer mehr an Bedeutung gewinnenden dezentralen Energie-versorgung und dabei frühzeitig auch mit der Brennstoff-zellentechnologie befassen, andernfalls droht der Verlust von Arbeitsplätzen.

Brennstoffzellen liefern Strom und Wärme - damit sind die umweltfreundlichen Kraftpakete ideal zur Versorgung von Wohn- oder Bürogebäuden. Auch wenn Brennstoffzellen erst gegen Ende des Jahrzehnts in größerer Zahl in Ein- und Mehrfamilienhäusern Einzug halten dürften, sollten sich die Handwerksbetriebe schon jetzt damit befassen, wenn sie von der neuen Technologie profitieren wollen. Sonst besteht die Gefahr, dass angestammte Geschäftsbereiche wie der Verkauf von Heizungsanlagen an die Energieversorgungsunter-nehmen verloren gehen.

2005 - 2007 einige 100 Brennstoffzellenheizgeräte (Prototypen)
2008 - 2010 einige 1.000 Brennstoffzellenheizgeräte (Vorserie)
Lighthouseprojekte in der EU (HyCom)
Beginnende Markteinführung
2011 - 2015 einige 10.000 Systeme (Markteinführung)
Demonstration zukünftiger Gerätegenerationen
ab 2016 Marktdurchdringung

Für den kommerziellen Einsatz der stationären Brennstoffzellen zeichnet sich weiter eine gravierende Verzögerung gegenüber früheren Prognosen ab, auch Pilotanlagen konnten noch nicht in dem Umfang getestet werden, wie dies ursprünglich angekündigt worden war. Dadurch bestand nur in geringerem Umfang als vorgesehen die Möglichkeit, Befragungen von an diesen Pilotanlagen beteiligten Handwerkern mit dem Ziel durchzuführen, die Anforderungen an das Handwerk aus der Praxis heraus zu beurteilen.

Arbeitsmarkt

Neben der Analyse der Situation im Handwerk durch Interviews, Befragungen und Auswertungen von Statistik, Patenten und Literatur wurden auch Beschäftigungseffekte durch das Input-Output-Modell "ISIS" des Fraunhofer-ISI ermittelt und man kommt zu dem Ergebnis, dass das Handwerk gegensteuern und sogar Arbeitsplätze gewinnen kann. Voraussetzung ist allerdings, dass das Handwerk ergänzend zu dem von ihm zurzeit besetzten Arbeitsbereich u. a. neue Geschäftsfelder entwickelt.

Contracting

Ein mögliches neues Geschäftsfeld stellt das Contracting dar, das schon heute bei modernen Kraft-WärmeKopplungsanlagen praktiziert wird. Dabei muss sich der Endkunde nicht mehr um Kauf und Betrieb der Anlage kümmern, er zahlt nur für Wärme und Strom. Handwerksbetriebe haben dieses Geschäftsfeld für sich bisher noch nicht erschlossen. Damit sollte die Branche aber nicht bis zur Einführung der Brennstoffzellentechnologie warten. Schon die heute vorhandene Technik der motorbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen bietet beim Contracting interessante Chancen für das Handwerk.

Qualifikation

Das Handwerk wird von der Einführung der Brennstoffzellen insgesamt stark betroffen sein. Deshalb wurden in dem Forschungsvorhaben auch die möglichen Auswirkungen hinsichtlich Berufsbild und Qualifikation untersucht. Festgestellt wurde die Notwendigkeit einer Einbindung entsprechender Inhalte im Kontext mit der Kraft-Wärme-Kopplung.

Koordinierungsstelle

Ein zentrales Ergebnis des Handwerks-projektes ist die Errichtung einer Koor-dinierungsstelle Brennstoffzelle Hand-werk am Heinz-Piest-Institut. Diese Koordinierungsstelle soll auch in Zu-kunft sämtliche handwerksrelevanten Aktivitäten analysieren und zu abge-stimmtem Verhalten des Handwerks beitragen.

Auch das Forum "Netzwerk Brennstoff-zelle im Handwerk", das der Gewerke übergreifenden neutralen Positionier-ung des Handwerks dient, hat einen hohen handwerkspolitischen Stellen-wert.


Aus- und Weiterbildung

Von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung des Handwerks ist der Aus- und Weiter-bildungssektor. Die Analyse der Ausbildungsordnungen und die Betrachtung sicherheitstechnischer Aspekte führten zu der Erkenntnis, dass die Kompetenz und Flexibilität des Handwerks auch bei der dezentralen Energieversorgung - und dabei insbesondere bei der "Energieperle" Brennstoffzelle - zum Tragen kommen und für positive Arbeitsmarkteffekte sorgen können.

Deshalb war die Schaffung eines strategischen Weiterbildungsansatzes und die Fortführung des Weiterbildungsverbundes BZ-Bildung gemeinsam mit den Partnern Weiterbildungszentrum Ulm (WBZU) und Forschungszentrum Jülich (FZJ) von Bedeutung. Dabei ist mit dem Masterplan Aus- und Weiterbildung und der Erstellung von Schulungsmaterialien für Multiplikatoren wie z.B. dem Musterkoffer ein Anfang gemacht worden.

Aus dem gemeinsam entwickelten Masterplan "Brennstoffzelle Aus- und Weiterbildung" können mögliche zeit-liche Verläufe und erforderliche Kapa-zitäten für künftige Bildungsmaßnah-men abgeleitet werden. Die dabei an-genommenen Ansätze können bei Ver-änderung der Rahmenbedingungen ent-sprechend weiterentwickelt werden.

Zusammen mit den Partnern aus dem Bildungsverbund BZ Bildung, zu denen Teilnehmer von BERTA wie WBZU Ulm und FZ Jülich gehörten, wurde deshalb die Zusammenarbeit mit der "Initiative Brennstoffzelle (IBZ)" sowie Partnern, die sich mit der wissenschaftlichen Entwicklung oder Erprobung von Brennstoffzellenanlagen beschäftigen und weiteren Einrichtungen wie u.a. dem EAZ Aalen vereinbart. Eingebunden werden auch die mit der Brennstoffzellen-Technologie verbunden Aktivitäten des BIBB. Schwerpunktmäßig wurde der gesamte Komplex Kraft-Wärme-Kopplung als wichtiger Projektrahmen identifiziert. Auf einer ersten Veranstaltung einigte man sich darauf, eine gemeinsame Weiter-bildungsplattform unter dem Namen IQ-BZ zu schaffen, in der auch BZ-Bildung aufgehen soll.

Kraft-Wärme-Kopplung

Die Verzögerung bei der Markteinführung der Brennstoffzellentechnik in der Hausenergieversorgung, hervorgerufen durch verschiedene technische Probleme, die noch gelöst werden müssen, bietet dem Handwerk die Chance, sich rechtzeitig auf diese Technologie vorzubereiten. Der Trend zur dezentralen Energieversorgung angesichts der aktuell deutlich gewordenen Nachteile und Schwächen ausschließlicher zentraler Energiebereitstellung kommt dem Handwerk entgegen; die konventionelle Kraft-Wärme-Kopplungs- (KWK)-Technik ist als Vorbereitung auf den Einsatz der Brennstoffzellen-Technologie prädestiniert und umfasst die wesentlichen Bausteine (Stromeinspeisung, hydraulischer Abgleich), die auch für den Einsatz der Brennstoffzelle Voraussetzung sind.


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