Modellversuche mit Pilotcharakter BMWA-Logo


Innovative Klebetechnik im Kälteanlagenbau

Landesinnung Hessen Kälteanlagenbau, Maintal

Laufzeit:1.12.2002 - 30.04.2003

 

Kurzbeschreibung

Im September 2000 wurde die neue europäische Norm DIN EN 378 "Kälteanlagen und Wärmepumpen - Sicherheitstechnische und umweltrelevante Anforderungen" verabschiedet. Ab dem 29.5.2002 sind die sich hieraus ergebenden Forderungen beim Bau von neuen Kälteanlagen verbindlich zu berücksichtigen.

Ferner hat das BMU am 27.9.02 ein Eckpunktepapier veröffentlicht, in dessen Konsequenz u.a. erhöhte Anforderungen an die Dichtheit von Kälteanlagen zu stellen sind.

Die beiden o.g. Vorschriften haben für die Praxis des Kälteanlagenbaus weitreichende Konsequenzen. So sind z.B. im Bereich der lösbaren Rohrverbindungen nach der DIN EN 378 keine Bördelverbindungen zum Anschluss von Expansionsventilen oder für die Verbindung von Rohren mit einem Durchmesser kleiner als 9 mm oder größer als 19 mm mehr zugelassen. Ein einfacher Verfahrenswechsel auf bekannte Verfahren wie z.B. Hartlöten ist in vielen Fällen nicht möglich. Für den Servicefall würde das z.B. bedeuten, dass der Monteur auch unter engsten räumlichen Bedingungen mit der offenen Flamme seines Schweißbrenners arbeiten muss, was vielfach gar nicht möglich ist. Zusätzlich ist hier der verstärkte Einsatz von brennbaren Kältemitteln zu beachten. Ein anderes technisches Problem tritt z.B. auf, wenn z.B. an einem Sammler aus Edelstahl Kupferrohrleitungen angelötet werden müssen.

Aus Sicht des Handwerks besteht hier die akute Notwendigkeit, nach neuen, innovativen Lösungen zu suchen. Eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Verbindungstechniken könnten moderne Klebeverbindungen sein. Bei der heute verfügbaren Palette an Klebstoffen sind Verbindungen möglich, die bereits bei einer Temperatur von ca. 150°C gelöst werden können. Dies ist auch unter erschwerten Bedingungen realisierbar. Zudem verbrennt bei dieser Temperatur noch kein Kältemittel oder Kältemaschinenöl im erwärmten Bereich, was bei gelöteten Verbindungen nie vermieden werden kann.

Das vorliegende Modellprojekt beschränkt sich bewusst auf die Zusammenstellung und Dokumentierung von praxisrelevanten Anwendungsfällen im Kälteanlagenbau, bei denen es technisch und ökonomisch sinnvoll ist, Klebeverbindungen einzusetzen. Für alle Fälle wird das jeweils erforderliche Anforderungsprofil für den benötigten Klebstoff erstellt werden.

Mit diesen Unterlagen wird es im Anschluss an das Modellprojekt möglich sein, an die Klebemittelhersteller und die führenden wissenschaftlichen Institutionen heranzutreten, um geeignete Klebstoffe zu finden und deren Eignung für Klebeverbindungen im Kälteanlagenbau für den praktischen Einsatz nachzuweisen. Dazu muss einerseits die Verträglichkeit der eingesetzten Klebstoffe, Kältemittel und Kältemaschinenöle untersuchst, andererseits aber auch die Langzeitfestigkeit und die Dichtigkeit der Verbindung überprüft werden. Da sich der hierfür notwendige Aufwand noch nicht abschätzen läßt, sind diese Untersuchungen bewusst nicht Bestandteil des hier beantragten Projektes.

Vom Zeitpunkt der Bewilligung an sollen spätestens nach 5 Monaten die Ergebnisse vorliegen.


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