Modellversuche mit Pilotcharakter BMWA-Logo


Nutzung des Internets zur Einführung und Verbreitung des EG-Öko-Audits im Handwerk

Handwerkskammer Trier

Laufzeit: 01.10.2002 - 30.09.2004

 

Kurzbeschreibung

Mit dem als EU-Öko-Audit bekannten System "EMAS" ("Environmental Management and Audit Scheme") hat die Europäische Union 1993 die Grundlage für gewerbliche Betriebe geschaffen, ihre Anstrengungen im Umweltschutz freiwillig und eigenverantwortlich fortzuentwickeln. Alle Unternehmen, deren Standorte an EMAS teilnehmen, erstellen für die Öffentlichkeit eine Umwelterklärung, in der die eigene Umweltpolitik und das Umweltprogramm mit den konkreten Zielen für die Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes am Standort festgelegt werden. Ein unabhängiger, staatlich zugelassener Umweltgutachter prüft diese Erklärung. Im Gegenzug kann die staatliche Umweltkontrolle beim Unternehmen reduziert werden. Ende April 2000 waren in Deutschland bereits 2.451 EMAS-Standorte registriert, davon ca. 300 Handwerksbetriebe.

Mit einer geänderten Verordnung (EMAS II), die im Herbst 2000 in Kraft trat, wurde das EU-Öko-Audit europaweit u.a. auf Dienstleistungs- und Bauunternehmen sowie den öffentlichen Dienst ausgedehnt.

Mit dem EU-Öko-Audit-System wurde der Wirtschaft erstmals ein Instrumentarium an die Hand gegeben, Umweltschutz nicht nur als Kostenfaktor im Betriebsablauf anzusehen, sondern den teilnehmenden Betrieben echte Marktchancen, Sparpotenziale und zahlreiche andere Vorteile zu eröffnen. Die Einführung eines solchen Umweltmanagementsystems verschafft den teilnehmenden Betrieben eine erhöhte Rechtssicherheit, verbesserte Motivation und Eigenverantwortung der Mitarbeiter, Imagegewinn sowie Kostenreduzierungen durch entsprechende Maßnahmen.

Die Entscheidung für ein Umweltmanagementsystem ist grundsätzlich freiwillig. Allerdings können wirtschaftlich potente Geschäftspartner oder (End-)Kundengruppen Forderungen an (Zuliefer-)Betriebe richten. Da der Druck des Marktes, insbesondere im Handwerk, zur Einführung dieser Systeme derzeit nicht besonders groß ist, bleiben die Zahlen zertifizierter Umweltmanagementsysteme im Handwerk erheblich hinter denen der Unternehmen mit einem QM-Zertifikat zurück. Es besteht weiterhin wenig Motivation, validierte Umweltmanagementsysteme immer wieder von einem Gutachter erneut auf die Wirksamkeit des Systems prüfen (revalidieren) zu lassen.

Das Internet bietet nunmehr Betrieben mit einem implementierten Umweltmanagementsystem interessante Möglichkeiten, sich bei Kunden positiv in der Wahrnehmung zu platzieren. Die Bedeutung des Internets zur Informationsgewinnung und für Werbemaßnahmen wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen und erfordert eine zeitgemäße Marketingstrategie, unter Nutzung der IuK-Technik.

Das Umweltzentrum der Handwerkskammer Trier (UWZ) möchte mit dem beantragten Pilotprojekt „Nutzung des Internets zur Einführung und Verbreitung des EU-Öko-Audits im Handwerk" ein Internet-Portal entwickeln, mit dem sowohl am Umweltmanagementsystem interessierte Betriebe, Betriebe im Einführungsprozess, wie auch Revalidierungsprozesse unterstützt und betreut werden. Das vom Umweltzentrum Trier entwickelte regionale Betreuungsmodell zur Umsetzung des EU-Öko-Audits in Handwerksbetrieben, welches den Betrieben im Vorfeld den Aufwand und die Kosten transparent macht, ist bundesweit einzigartig und erfreut sich einer hohen Akzeptanz bei den Handwerksbetrieben der Region Trier.

Ergänzend zum Aufbau des Internetportals werden die vom UWZ aktiv betriebenen Marketingaktivitäten für die EU- Öko-Audit-Betriebe ausgebaut. Der Nutz- und Mehrwert muss den Öko-Audit-Betrieben stärker dargestellt werden können. Das Portal mit interaktiven Dienstleistungen, d.h. Foren, Chat, Workshops etc. wird diese Aufgabe wahrnehmen. Ein Kernstück soll dabei die Internetbetreuung werden. Nach dem Aufbau einer Community soll der betriebliche Erfahrungsaustausch über die Plattform organisiert werden.

Wesentlicher Teil des Internetangebotes ist die Darstellung der heute ca. 300 Öko-Audit-Betriebe im Handwerk. Beratung und Betreuung durch Umweltberater vor Ort unterstützen das Serviceangebot darüber hinaus. Insbesondere der Revalidierungsprozess der Betriebe soll durch geeignete Maßnahmen unterstützt werden. Handbücher und Checklisten, die Betriebe bei der Erstellung des betrieblichen Umweltzustandes unterstützen, sind derzeit schon im Internet bereitgestellt. Ergänzend dazu wird ein Umwelt-Informationssystem für das Internet entwickelt und bereitgestellt. Die Inhalte des 1995 federführend von der HwK Lübeck entwickelten Umweltinformationsordners des Landes Schleswig-Holstein werden dazu aktualisiert und im Internet bereitgestellt. Vorteil dabei ist, dass alle umweltrelevanten Informationen handwerksgerecht dargestellt sind. Mit den so zur Verfügung stehenden Unterlagen kann die Erarbeitung wichtiger Sachverhalte des Umweltrechts somit sogar im Selbststudium, ohne stärkere Vorbildung, erfolgen.
Die Internetdarstellung wird durch branchenbezogene Fallbeispiele den Betrieben einen Anreiz bieten, sich dem Instrumentarium EU-Öko-Audit zu stellen.

Die geplante Internetpräsentation soll sich insbesondere durch folgende Bestandteile auszeichnen:

um Betriebe mit Öko-Audit besser in der Öffentlichkeit darzustellen

unter Einbeziehung von externen Experten


Weitere Informationen
Mail: info@umweltzentrum-trier.de