Stabile Entwicklung bei der Inanspruchnahme der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung

02.11.2017

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) untersucht das Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI) jährlich die Inanspruchnahme der Maßnahmen der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) in der Fachstufe. Wie bereits in den vergangenen Jahren kann auch in der diesjährigen Analyse eine stabile Entwicklung der Unterweisungsintensitäten festgestellt werden. Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung bleibt damit auch in 2016 – trotz sinkender Lehrlingszahlen – ein stark nachgefragtes Instrument in der handwerklichen Ausbildung.

 

 

Insgesamt waren 2016 für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung in der Fachstufe 401 Unterweisungspläne vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie anerkannt. Für 107 Ausbildungsberufe (umfasst 99 % der Handwerkslehrlinge im 2. bis 4. Ausbildungsjahr) standen somit Kurse der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung zur Verfügung. In 2016 wurde die inhaltliche Überarbeitung von insgesamt 43 Unterweisungsplänen fertiggestellt. Hiervon entfallen 8 Pläne auf die Grundstufe und 35 Pläne auf die Fachstufe. Der jeweilige Überarbeitungshintergrund sowie die wesentlichen inhaltlichen Änderungen der betroffenen 6 Berufe werden in der Broschüre kurz beschrieben.

 

In den letzten Jahren waren kontinuierlich sinkende Lehrlingszahlen zu verzeichnen. Zwischen 2006 und 2016 betrug der Rückgang der Lehrlinge in der Fachstufe 25,0 % (der Rückgang zum Vorjahr betrug 1,4 %). Die Anzahl der Teilnahmen an der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung der Fachstufe war in den letzten 10 Jahren leicht rückläufig, wobei zwischenzeitig ein Anstieg zu verzeichnen war und die Zahlen in den letzten Jahren auf einem weitestgehend stabilen Niveau verblieben sind. Zwischen 2006 und 2016 betrug der Rückgang insgesamt 3,6 % (der Rückgang zum Vorjahr lag bei 1,0 %). Es wird also deutlich, dass der Teilnahmerückgang an der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung bei Weitem nicht in gleichem Maße stattfand, wie der Rückgang des Lehrlingsbestands.

 

Abb. 1: Entwicklung der Teilnahmezahlen der ÜLU in der Fachstufe sowie der Lehrlingszahlen in der Fachstufe in den Jahren 2006 – 2016

 

Die ebenfalls vom HPI im Auftrag des BMWi durchgeführte ÜLU-Kostenanalyse hat gezeigt, dass sowohl bei den Gemeinkosten als auch bei den Personalkosten die durch das Ministerium anerkannten Kostenpauschalen überschritten werden. Finanzierungsspielräume – resultierend aus dem Rückgang der Teilnahmen – ließen daher eine Anhebung der zugrunde gelegten Gemeinkostenpauschale zum 01.01.2015 von 1,80 € auf 2,10 € je Teilnehmerstunde zu. Die Grundlage für die Kalkulation der Personalkosten wurde zum 01.01.2017 von 31,00 € je Lehrgangsstunde auf 35,00 € je Lehrgangsstunde erhöht und stellt die erste Erhöhung dieses Kostensatzes nach 16 Jahren dar.

 

Die Inanspruchnahme des Unterweisungsangebotes durch die Lehrlinge gibt Auskunft über die Verweildauer der Auszubildenden in überbetrieblichen Lehrgängen. Diese lag 2016 bundesweit – wie auch im vorangegangenen Jahr –  im Schnitt bei 4,7 Wochen in der Fachstufe. In den letzten 10 Jahren war hier kontinuierlich ein positiver Trend zu beobachten.

 

Abb. 2: Entwicklung der überbetrieblichen Unterweisungsintensitäten in der Fachstufe in den Jahren 2006 – 2016

 

Neben der Darstellung durchschnittlicher bundesweiter Entwicklungen sind in der Analyse ebenso Ergebnisse nach Bundesländern, nach Gewerbegruppen sowie auf Berufs- und Kursebene zu finden.

 

Die Broschüre "Überbetriebliche Unterweisung im Handwerk 2016" ist zum Download als PDF-Dokument verfügbar. Download

 

Ansprechpartnerin:

Dipl.-Ök. Daniela Franke

Tel.:         0511 / 70 155-52

E-Mail:     franke@hpi-hannover.de